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Jahr / Zeitraum |
Wer |
Beschreibung |
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1.900 v. Chr. |
 
Babylon, Ägypten |
Die ersten Hochkulturen brachten den ersten
technischen Fortschritt in der Geschichte der Menschheit. So erlangten
die Babylonier, die Ägypter und die Chinesen erste Kenntnisse von der
Metall- und Glasherstellung; auch zur Gewinnung alkoholischer Getränke
oder zur Bereitung des Sauerteigs waren
chemische Kenntnisse vonnöten. Es entstanden erste Vorschriften
diesbezüglich,
die jedoch allesamt anwendungsspezifischer Natur waren - es wurde
noch nicht die Frage nach dem Warum gestellt. |
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1.200 v. Chr. |

Hethiter |
Die Hethiter waren nach heutiger Kenntnis die
ersten Menschen, denen die
Herstellung des Eisens aus Erz gelang. Eisen ist ein Metall, welches
normalerweise
nicht gediegen in der Natur vorkommt (im Gegensatz allen anderen damals
bekannten Metallen - Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Antimon). Es waren also
schon differenziertere Kenntnisse nötig, um wissen zu können, dass ein
roter Stein
mittels Kohle und der Gluthitze eines Ofens in ein hartes, graues Metall
verwandelt
werden kann. |
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Von der ersten
Beschreibung der Welt zum ersten Atommodell - Die griechischen
Philosophen der Antike |
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ca. 700 v. Chr. |

Hesiod |
In seinem Werk "Theogonie" (= Entstehung der Welt
und der Götter) beschreibt Hesiod die Materie als aus dem Chaos
entstehend. Er ist damit der erste antike Philosoph, welcher sich mit
dem Wesen der Materie auseinander setzt. |
ca. 624 - 546
v. Chr. |

Thales von Milet |
Zusammen mit Pythagoras war er der erste, welcher
die Mathematik abstrahierte (d.h. sie ohne praktischen Bezug als
Wissenschaft entwickelte). Neben dieser genialen Leistung entwarf er
auch ein Modell, nach welchem alle Materie sich aus dem Wasser als
Urstoff ableiten sollte, da dieser Stoff sowohl überall vorkommt,
als auch sehr wandlungsfähig ist. Somit konnten sich alle Formen und
alle Materie vom Wasser ableiten lassen (es kommt sowohl fest, flüssig
als auch als Dampf vor). |
ca. 610 - 546
v. Chr. |

Anaximander von Milet |
"Anfang und Ursprung der seienden
Dinge ist das Apeiron (das Grenzenlos-Unbestimmbare). Woraus aber das
Werden ist den seienden Dingen, in das hinein geschieht auch ihr
Vergehen nach der Schuldigkeit; denn sie zahlen einander gerechte Strafe
und Buße für ihre Ungerechtigkeit nach der Zeit Anordnung."
Damit postuliert der griechische Philosoph
Anaximander von Milet den Elemente-Begriff (und damit das Wesen der
Materie) als von einem Urprinzip ausgehend, welches er Apeiron nennt. |
ca. 588 - 524
v. Chr. |

Anaximenes von Milet |
"Es entsteht alles infolge einer
gewissen Verdichtung der Luft
und
[die Dinge] vergehen [wieder] infolge von Verdünnung."
Anaximenes verstofflicht nun das Urprinzip Apeiron
zu Luft. Somit postuliert er die Luft zu einem Ur-Stoff, von welcher
sich jedwede Form der Materie durch
Verdichtung ableiten ließe. Es zeugt von Genialität, Luft ohne
Messhilfen (z.B. Waagen, Luftballons u.ä.) als Materieform zu erkennen. |
ca. 536 - 470
v. Chr. |

Heraklit von Ephesus |
Urstofftheorie, nach welcher alle Materie und alle
Eigenschaften aus dem Feuer ableitbar sei. Das Feuer ("Logos" - ist das
Eine, was im Wandeln des Werdenden Bestand hat. Es steht niemals still
und liegt in ewiglichem Kampf, es vereinigt alle Gegensätze in sich und
bringt sie hervor...) |
ca. 483 - 423
v. Chr. |

Empedokles von Agrigent |
Empedokles fasst alle bekannten Theorien bezüglich
der Materie seiner Zeit zusammen. Er begründet damit die Theorie, nach
welcher sich alles aus den
Vier Elementen zusammensetzen soll. Erde, Feuer, Wasser und Luft.
Dabei besitzt jedes der Elemente gewisse Eigenschaften., welche sich
in den verschiedenen Arten der Materie wieder finden.
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ca. 460 - 370
v. Chr. |

Demokrit |
Demokrit beschreibt alle Materie aus Atomen
bestehend. (griech. a tomos = unteilbar). Dies seien kleinste Teilchen,
welche nicht weiter geteilt werden können.
Es gibt unendlich viele Arten von Atomen, keine
zwei wären sich wirklich gleich.
Durch die Mischung entsteht die Vielfalt der Erscheinungen der Welt. |
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Die späte Antike und
das Mittelalter - Zeit der Alchemie als mystische Geheimwissenschaft. |
300
v. Chr.
bis
1200 n. Chr. |

Die Alchemie |
Im Römischen Reich (Griechenland)
entwickelte sich in der späten Antike die Alchemie. Nach dem Untergang
des Römischen Imperiums und dem Siegeszug der Araber über weite Teile
Nordafrikas, Südeuropas und Kleinasiens, griffen jene dieses Wissen auf.
Mathematik und Alchemie erlebten eine Blütezeit in der arabischen Welt
des Mittelalters. Später (1.000 n. Chr.) gelangten diese Wissenschaften
wieder nach Europa. Die Künste und Wissenschaften unterlagen
jedoch der Zensur der Kirche - wer ihr Weltbild infrage stellte, lief
Gefahr seitens
der Inquisition verfolgt und ermordet zu werden. Daher arbeiteten die
Alchemisten im Verborgenen, der damals erworbene Ruf als
"Geheimwissenschaft" hält sich bei der Chemie hartnäckig bis heute. |
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Die langsame
Entwicklung von der mystischen Alchemie zur wissenschaftlichen Chemie. |
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13. Jahrhundert |

Roger Bacon |
Der erste Schritt hin zu einer genauen
Wissenschaft tat in den der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ein
englischer Franziskaner-Mönch namens Roger Bacon (*1210 +1292). Er führte die
Waage zur Abmessung der Ausgangssubstanzen in die Alchemie ein und
befasste sich mit dem menschlichen Geist (und seiner
Fehlbarkeit). |

Albertus Magnus |
Nach den Regeln des Verstandes, aber innerhalb der
Dogmen seiner Kirche erforschte Albertus Magnus (*1193 +1280) die
Natur. Er entdeckte unter anderem auch das Arsen (siehe Kurz-Biografie).
Magnus war einer der frühesten Gelehrten des ausgehenden Mittelalters,
welcher Erkenntnisse durch Experimente und nicht durch Spekulationen und
Vermutungen gewann. |
14. / 15.
Jahrhundert |

Höhepunkt
der Inquisition |
Durch die immer stärkere Repressionen freier
Forschung durch die Heilige Inquisition machen die Naturwissenschaften
in den Jahren zwischen 1300 und 1500 kaum Fortschritte. Für jeden, der
eine These postuliert, die nicht absolut mit den Lehren der Kirche
konform geht, besteht Lebensgefahr. Erst ab der Zeit der Reformation
schwand die Macht und der Einfluss der katholischen Kirche. |
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16. Jahrhundert |

Paracelsus |
Der 1493 geborene, ruhelose Wanderarzt Paracelsus
war ein naturwissenschaftlicher Universalist. Er verfügte über
zahlreiche Kenntnisse sowohl in der Medizin, der Mineralogie und der
Alchemie.
"Das einer wisse und nicht wähne" - war seine
Devise. Paracelsus war Begründer der Iatrochemie (Lehre der Chemikalien,
die als Heilmittel fungieren können). |

Georgius Agricola |
Georgius Agricola verfasste ein sehr umfangreiches
Lehrbuch (Analytisches Lehrbuch der Mineralien und Metalle), welches für
die nächsten beiden Jahrhunderte das wichtigste Standardwerk bezüglich
Metall- und Mineralprüfung sein sollte. |
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17. Jahrhundert |

René Descartes |
René Descartes stellt seine philosophischen
Grundregeln für die Gewinnung neuer Erkenntnis auf. Er wird damit zum
Vater aller neuzeitlicher Naturwissenschaft, in welcher nichts für wahr
gehalten werden darf, was nicht vollkommen bestätigt bzw. nicht
angezweifelt werden kann. |

Robert Boyle |
Robert Boyle formuliert die Chemie als
"Lehre, die die Zusammensetzung und Stofflichkeit der Substanzen, sowie
deren Reaktionen miteinander untersucht". Er definiert ein
"chemisches Element" als Stoff, welcher durch chemische Mittel nicht
weiter trennbar sei. Er unterscheidet Gemische von Verbindungen. Damit
wird er zu einem der Begründer der modernen Chemie. Seine Gedanken fußen
auf den Kartesischen Grundsätzen der Vernunft. |

Georg Ernst Stahl |
Stahl gilt als Begründer der Phlogiston-Theorie.
Diese vermutet eine Stofflichkeit innerhalb der brennbaren Materie,
welche beim Verbrennen entweicht.
Bedenkt man, in welchen Anfängen die Chemie damals noch
steckte, und die Erscheinungsformen von Materie und Energie
weitestgehend noch nicht erforscht waren, wird mit dieser, wenngleich
auch nicht lange haltbaren Theorie schon etwas Wesentliches beschrieben:
Man vermutet innerhalb von Verbindungen "etwas", was sie brennbar macht.
Ersetzt man den Begriff "Phlogiston" durch "Bindungsenergie", und nimmt
diesem "Phlogiston" seine Masse, so wird deutlich, wie nahe Ernst Stahl
der Wahrheit bereits war... |
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Von der
Phlogiston-Theorie bis zum Periodensystem der Elemente |
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18. Jahrhundert |

Antoine Lavoisier |
Antoine Lavoisier widerlegt Stahls
Phlogiston-Theorie durch Aufstellen einer Gegenthese, dass den Stoffen
bestimmte Energie-Inhalte zukämen. (Damit löst er das Problem, dass an
Reaktionen beteiligte Stoffe vor und nach der Reaktion zusammengenommen
dieselbe Masse haben, und somit kein Stoff entweichen könne - Phlogiston
stellte man sich als Stoff vor. Lavoisier formuliert das Gesetz von der
Erhaltung der Materie.l |
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19. Jahrhundert |

John Dalton |
John Dalton erkannte erstmals, dass Stoffe in
ganzzahligen Verhältnissen ihrer kleinsten Teilchen miteinander
reagieren, und postulierte eine chemische Reaktion als Umlagerung der
stofflichen Zusammensetzung der an ihr beteiligten Komponenten. Somit
forderte er eine begrenzte Anzahl von Urstoffen (= neuer Elementbegriff,
welcher bis heute gültig ist), welche sich untereinander nur in
ganzzahligen Verhältnissen verbinden.
Heute unterscheidet man nach dieser
Klassifizierung die daltonischen Verbindungen (welche eben diese
Forderung der Ganzzahligkeit erfüllen) von den nichtdaltonischen. Zu
ihnen gehören beispielsweise viele intermetallische Verbindungen, welche
eben nicht in ganzzahligen Verhaltnissen miteinander reagieren. |

Jöns Jacob Berzelius |
Berzelius führte aufgrund der Postulierung Daltons
eine Symbolschreibweise in die Chemie ein, die bis heute ihre Gültigkeit
hat. Berzelius war der Begründer der Formelschreibweise. Mit ihm machte
die Chemie als Wissenschaft den entscheidenden Schritt nach vorne: Jetzt
wurde es möglich, chemische Vorgänge in einer allgemein verständlichen
Form zu beschreiben. |

Dmitri Mendelev |
Mendelev stellte das erste Periodensystem der
Elemente auf - er legte damit den Elementen eine Ordnung zu Grunde, nach
der sie in eine Tabelle einsortierte. Nach diesem Schema wurde es ihm
möglich, noch nicht entdeckte Elemente vorherzusagen. Siehe hierzu auch
unter Geschichte des Periodensystems. |
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seit 1901 |
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Der Nobelpreis |
Alfred Nobel, Erfinder des Sprengstoffs Dynamit,
stiftete 1900 testamentarisch einen Preis, der fortan jedes Jahr die
bedeutendsten Errungenschaften der Wissenschaften zu ehren. |
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Die Chemie zerfällt
seit Beginn des 19. Jahrhunderts in immer speziellere Teilgebiete.
Schnell teilte sie sich in anorganische und organische Chemie, oder
Iatrochemie (bereits von Paracelsus begründet), später die Pharmachemie,
Biochemie usw. Dieser Vorgang ist bis heute nicht abgeschlossen. |