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Schema der Komplexbildung
Bei in Wasser gelösten Komplexverbindungen liegt zwischen den Zentralteilchen und den Liganden ein dynamisches Gleichgewicht vor. Es gehorcht dem Massenwirkungsgesetz - und somit kann für jeden Komplex eine Kenngröße angegeben werden, welches etwas über deren Stabilitäten aussagt (analog den Löslichkeitsprodukten bzw. den Säurekonstanten). Aus dem Massenwirkungsgesetz folgert, dass die Bildung eines Komplexes durch Erhöhung der Konzentration des Zentralatoms bzw. der Liganden begünstigt wird. Umgekehrt kann die Komplexbildung durch das Entfernen eines der Komponenten aus dem Gleichgewicht unterdrückt oder rückgängig gemacht werden. Je stabiler der Komplex ist, desto weniger Einfluss eine Erhöhung der Konzentration an Zentralteilchen und/oder Liganden auf die Bildung. Sie erfolgt dann nahezu quantitativ. Ein Beispiel sei hiwer (der nebenstehend abgebildete) Hexacyanoferrat-Komplex sein. In einer 1 mol/L Fe(CN)6-Lösung befinden sich weniger als 1,4*10^-6 mol/L freie Fe3+ bzw. CN-Ionen. Dementsprechend kann dieser Komplex nur durch Säuren zerstört werden, welche selbst bei diesen geringen Cyanid-Ionen-Konzentrationen in der Lage sind, merkliche Mengen undissoziierter HCN (Blausäure) zu bilden. Dies ist nur mit starken Säuren bei tiefen pH-Werten der Fall. Andererseits hat eine Zugabe von Fe3+ oder CN- keinen merklichen Einfluss auf die Konzentration der Fe(CN)6 3- -Ionen.