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Die Geschichte der Elemente
(Entdeckung und Fortschritt)
Der Mensch wurde nicht über Nacht zu dem was er war, es ist ein langer Weg vom ersten aufgehoben Stein, den er als Werkzeug benutzte bis zu einem Space-Shuttle dass er baute, um in den Weltraum zu fliegen. Zwischen diesen beiden Ereignissen liegen mehr als 14 Millionen Jahre. Solange ist es schon her, seitdem wir - oder besser: Unsere Ahnen - Werkzeuge benutzen. Drei Millionen Jahre sind seit der ersten Werkzeug-Anfertigung vergangen, und eine halbe Million seit unserem ersten selbst entzündeten Feuer.

Und mit diesem beginnt unsere Entdeckungsgeschichte. Diese Geschichte der chemischen Elemente ist in gewisser Weise auch unsere eigene Geschichte; denn gerade das menschliche "Markenzeichen" -  der Fortschritt der Technik  - wurde erst durch das Auffinden neuer Materie möglich gemacht.

Vorgeschichtliche Zeit
vor ~500.000 Jahren Mit der Entdeckung des Feuers geht jene des Kohlenstoffs einher, welcher in elementarer Form durch Verkohlung des Holzes entsteht. Der Kohlenstoff ist auch das Schlüssel-Element zur Entdeckung der Metalle und somit eine der wichtigsten Entdeckungen, welche die Menschheit jemals gemacht hatte. Der Kohlenstoff ist sozusagen der Vater aller Technik, die wir seit Beginn der Bronzezeit entwickelten. Doch bis es soweit war, sollten zum Zeitpunkt der Entdeckung des Kohlenstoffs noch beinahe eine halbe Million Jahre vergehen...
Neolithikum

vor etwa 10.000 Jahren

bis vor
etwa
4.000
Jahren
In der jüngeren Steinzeit entdeckt die Menschheit ihr erstes Metall:
Das Gold kommt in der Natur in gediegener Form vor. Erste Funde von Goldverarbeitung
stammen aus der Zeit von vor ~8.000 Jahren vor Christus.
Etwas später, um etwa 7.000 vor Christus wurde auch das Silber entdeckt, welches ebenfalls gediegen vorkommt. Es ist in diesem Zustand jedoch seltener als Gold, so dass es ursprünglich teurer war als jenes.
Mit der Entdeckung des Kupfers, auch etwa um 7.000 vor Christus läutete die Menschheit das Ende der Steinzeit ein. Zunächst war es - wie auch Gold und Silber - lediglich ein Schmuckmetall, welches, wie diese beiden ebenfalls gediegen vorkommt.
Der Schwefel war das erste Nichtmetall, welches dem Menschen bekannt wurde. Es wurde wohl zuerst an Hängen von Vulkanen aufgefunden. Dies war etwa um 5.000 vor Christus.
Irgendwann in der Zeit um 3.500 v.Chr. werfen Menschen Steine in ein schwelendes Feuer, aus welchem dann ein seltsames goldglänzendes Metall auszufließen beginnt, welches sich hervorragend zur Fertigung von Werkzeugen eignet: Die Bleibronze entstand durch Reduktion von Mineralien, die Gemische aus Blei- und Kupfersulfid darstellen. Die Bronze sollte den Stein als Werkmaterial (fast) vollständig ablösen.
vor etwa
4.000
Jahren





Der Mensch erkannte das Prinzip, welches hinter diesen ersten - zufälligen - Metallgewinnungen steckte: Bestimmte Steine liefern, wenn man sie zusammen mit Kohle erhitzt, Metalle.

So wurde zuerst die Bronze (Legierung aus Kupfer und Zinn), dann auch das Zinn und das Blei selber, und schließlich auch das Antimon entdeckt. (Auch Antimon ergibt zusammen mit Kupfer eine bronzeähnliche Legierung).
Antike
vor etwa
3.000
bis vor
etwa
2.000 Jahren
Quecksilber: Die Chinesen entdecken einen roten Stein, welcher kleine, flüssige Metalltröpfchen auf seiner Oberfläche besitzt, und erkennen dessen stark Bakterien tötende Wirkung. Sie führen das Metall und diesen roten Stein in ihre Heilkunde ein - über indische und persische Vermittlung gelangten diese Anwendungen bis ins antike Griechenland. Die Griechen gaben dem Metall den Namen "Wassersilber" - weil es flüssig ist, und ähnlich edel wie Silber.
Die Griechen der Antike ordneten die bekannten (sieben) Metalle den Planeten und verschiedenen Geschlechtern zu. Als sie Kunde über ein seltsames sprödes Material erhielten, welches brüchig wie der Schwefel, aber glänzend wie das Silber und giftig wie der Schierling sei, schrieben sie jenem ein starkes männliches Prinzip zu, und nannten dieses "Arsenicon" (= männlich). Daraus wurde später der Name Arsenikum und schließlich Arsen.
1.120
vor
Christus
Im eurasischen Raum - von Indien bis Westeuropa sprechen die heutigen Völker nichts anderes als zu Sprachen entwickelte Dialekte einer gemeinsamen Ursprache: Dem Indogermanischen.

Lange Zeit war es den Sprachwissenschaftlern ein Rätsel, wie sich ein solch großer Verbreitungsraum "einer" Sprache entwickeln konnte. Die Lösung liegt bei den Hethitern, welche eines der ersten indogermanischen Völker der Geschichte waren: Es gilt als gesichert, dass sie als erste Menschen das Eisen in Miniatur-Hochöfen in größerem Umfang gewannen. Eisen findet sich - als zweithäufigstes Metall nach Aluminium - in der Natur sehr weit verbreitet. Es löste somit zuerst in Kleinasien die Verwendung der Bronze als wichtigstes Werkmetall ab. Infolgedessen wurde, mit der Erfindung neuer und verbesserter Geräte, die Kriegstechnik und die Landwirtschaft revolutioniert. Der Gebrauch des neuen Metalls "(Fa-)Isaron" breitete sich in großen Wellen - binnen der nächsten 1.000 Jahre bis nach Indien einerseits und nach Skandinavien anderseits aus. Da die indogermanischen Stämme, die die hohe Kunst der Eisengewinnung beherrschten, überall den - noch im Stein- oder Bronzezeitalter verharrenden - Völkern überlegen waren, unterwarfen sie diese zunächst, und verschmolzen schließlich mit ihnen zu neuen Völkern. Da sie jedoch überall die Oberschicht bildeten, zwangen sie den Alteingesessenen ihre Sprache auf. Die Geschichte des Eisens ist also gewissermaßen auch die Geschichte der indogermanischen Sprachenvielfalt. Aus dem Wort "Fa-Isaron" wurde auf Latein "Ferrum", im Germanischen "Isaron" (engl. Iron, dt. Eisen) usw.

Mit dem Eisen und dem damit verbunden Fortschritt auf allen nur denkbaren Gebieten beginnt auch die Antike - und damit die Geschichtsschreibung.
In der Antike - besser: Zur römischen Zeit waren sieben Metalle bekannt, die - wie in dieser Zeit üblich - den Gottheiten geweiht waren.
Das Schaubild rechts zeigt diese sieben Metalle mit den dazugehörigen Symbolen der sieben Planeten bzw. Gottheiten.

Diese Symbole wurden auch von Alchimisten der Antike und des Mittelalters benutzt.

In der Antike wurden jedoch die Metalle, Kohlenstoff, Schwefel, Arsen und Antimon nicht als "Elemente" bezeichnet, derer es nur vier gab:

Erde, Feuer, Wasser und Luft.

Mittelalter
500
bis 1.500
nach
Christus
(EUROPA)
Nach Zusammenbruch des Römischen Reiches, dem Beginn der Völkerwanderungen und der Machtzunahme der katholischen Kirche in fast ganz Europa, begann die Zeit des Mittelalters.

Das Mittelalter war vor allem durch die Dogmen der Kirche geprägt, so dass die Forschung fast gänzlich unfrei in ihrer Ausübung war. Es war die finstere Zeit der Hexenverfolgung (Bild zu dieser Epoche links) und der Zensur von allem, was das Glaubensbild (und somit die Machtgrundlage der Kirche) hatte infrage stellen können.

In diesen 1.000 Jahren gab es auch nur eine einzige Element-Entdeckung; gemacht von einem Mann der Kirche: Das durch die Wirren der Völkerwanderungszeit in Vergessenheit geratene Arsen wurde von Albertus Magnus um 1250 wiederentdeckt und beschrieben.
500
bis 1.500
nach
Christus
(AMERIKA)
Im amerikanischen Raum herrschten zur Zeit des europäischen Mittelalters die Maya und Azteken - Indianerstämme, die durch die Entdeckung der Bronze über den Kulturstand der Steinzeit hinausgekommen waren, und ähnlich den eurasischen Völkern 4.000 Jahre früher, nun auch Hochkulturen bildeten, die - ebenfalls parallel zur eurasischen Antike - jetzt eine Blütezeit in Wissenschaft und Bildung erlebten. So erfanden z.B. die Maya einen Kalender (der sich an Sonne und Mond orientierte), der an Genauigkeit erst von Europäern der Neuzeit übertroffen wurde.
In der Zeit um etwa 1.000 (oder etwas früher) entdeckten die Maya im Gebiet des heutigen Ecuador ein sehr edles, silberähnliches Metall: Das Platin. Es wurde - wie auch noch heute üblich - als Schmuckmetall verwendet, und teuerer gehandelt, als das ihnen ebenfalls bekannte Gold.
Frühe Neuzeit - Die Alchimie
1527 Erst in der Zeit der Renaissance ab 1350 (französisch = Wiedergeburt, im übertragenen Sinne als "Wiederbesinnung auf die Antike" zu verstehen) verliert die Kirche allmählich ihre absolute Macht und ihren Einfluss auf die Königshäuser Europas. Das erste Anzeichen dieses Machtverlustes war vielleicht die geschwundene Wirksamkeit des Kirchenbannes auf diverse - nicht kirchenkonforme Herrscher dieser Zeit - aber auch durch immer stärker werdenden Zweifel an dem ganzen System.

1527 - ein Jahr in welchem die Bauern im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ihre Rechte forderten - und mit Mistgabeln bewaffnet, gegen die gut ausgerüsteten Ritterheere der Herrschenden in die Schlacht zogen, wanderte ein ruheloser Arzt durch die Lande: Phillipus Aureolus Theophrastus von Hohenheim - besser bekannt unter seinem selbst vergebenen Namen: Paracelsus. Er war einer der ersten, der die Wissenschaft unter dem Standpunkt der Erkenntnis und Beobachtung, und nicht mehr unter den Dogmen der Kirche - auch öffentlich betrieb. Mehrmals musste er deshalb seine Wohnorte wechseln, wurde gebannt und verfolgt. Doch sein Ruhm liegt in seinem Zweifel an den überkommenen, religionsinduzierten Praktiken der Ärzte seiner Zeit, und auch nicht zuletzt darin, dass er auch die Naturwissenschaften - jedenfalls ein Stück - aus dem Reich der Magie in die Realität der Erkenntnis und der Vernunft gebracht hat. 1527  nimmt er von sächsischen Bergleuten Mineralien zum Studium an, und entdeckt in diesen ein Metall. Er benennt es (wahrscheinlich) nach der Erscheinung dieser Mineralien - als weise Masse (mhd. Wise muth -> Wismut).

Paracelsus sollte der erste Entdecker eines Elements seit über 1.000 Jahren auf europäischen Boden sein.

ER WAR EINER DER ERSTEN WISSENSCHAFTLER, DIE IHRE MEINUNG FREI UND UNABHÄNGIG VON DEM VERTRATEN, WAS DIE KATHOLISCHE KIRCHE ZU PROPAGIEREN ZU VERSUCHTE.

1669 Während es in Medizin und auch der Biologie schon im 16. und 17. Jahrhundert einen allmählichen Wandel zu einer ernstzunehmenden Wissenschaft gab, verharrte die "Chemie" noch immer als "Alchimie" im Mittelalter, und war nicht weiter als ein Zeitvertreib von Menschen, die wie im Wahn nach einer Methode suchten, um teures Gold aus billigen Stoffen zu gewinnen. Nichts anderes tat auch der Apotheker Henning Brand, als er "goldgelben" Urin unter Luftabschluss eindampfte. Doch anstelle eines schweren, goldgelb glänzenden, wertvollen Metalls fand er eine schleimig-weiße, nichtmetallischen, im Dunkeln fahl leuchtende Masse:
Den Phosphor.
Henning Brand wurde mit seiner Entdeckung jedoch ein reicher Mann, so dass man sagen könnte, dass er im Endeffekt doch noch sein Gold gefunden habe.
Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts - Das Werden der modernen Chemie
1735 Georg Brandt
(1694 - 1768)
Der Geburtsort der modernen Chemie liegt vielleicht in Schweden, ihre Mutter ist die Mineralogie, ihr Vater der Wunsch des Gedankens die Welt zu entzaubern und entschlüsseln. Nicht mehr die Suche nach dem "Stein der Weisen", sondern die planmäßige Analytik und Wertung der aus dem Experiment gewonnenen Erkenntnis sollten das Ziel sein. Lediglich die Apparaturen wurden von den Alchimisten geerbt, nicht aber die Methodik und die Lehren. So waren die Mineralogen auch die ersten, die Zusammenhänge im Verhalten der Mineralien und ihrer Zusammensetzung sahen.
Georg Brandt, ein Schwede war ein früher "Entzauberer", der dafür Sorge trug, dass die Nachwelt von nun an nicht mehr bösen Geistern und Kobolden die Schuld daran gab, wenn blaue Erze kein Kupfer lieferten, sondern aufzeigte, dass diese bei höheren Temperaturen ebenfalls einen Werkstoff zutage fördern, der dem Eisen in seinen Eigenschaften nahe steht. Fast schon als spöttisch ist dann auch seine Benennung des neuen Metalls anzusehen: Cobalt.
Dabei wollte Brandt lediglich einen anderen Stoff finden, der in der Lage ist, Gläser blau einzufärben, und experimentierte daher mit Cobalt-Erzen.
1746 Auch in deutschen Landen revolutionierte sich die Alchimie zur Chemie. Es war Andreas Sigismund Marggraf, ein gelernter Apotheker der sich außer für die Inhaltsstoffe der Pflanzen auch für Mineralien und Gesteine interessierte, der zu einem Pionier auf dem Gebiet der Phytochemie (Pflanzen-Chemie) wurde. Er charakterisierte unter anderem die Ameisensäure (und unterschied sie erstmals von der Essigsäure, welche man bis dato für identisch hielt) und betrieb umfangreiche mineralchemische Forschungen. Und ein weiteres seiner Resultate war die Isolierung und Gewinnung des Zinks aus Galmei-Erzen.
1751 Der zweite böse Geist aus dem Reich der Mineralien wurde alsdann von einem Schüler Brandts enttarnt. Bei einem Versuch, aus Rotnickelkies eben doch auf irgendeine Art das darin vermutete Kupfer zu gewinnen, bei welchem er ebenfalls bei sehr hohen Temperaturen arbeitet, gelingt ihm die Entdeckung eines silberweißen Metalls. In Analogie an das Cobalt nennt er es nach dem Berggeist Kupfernickel ("der, welcher das Kupfer verhext hat") als Nickel. Sowohl Brandt als auch Cronstedt und Marggraf verachteten die Alchimie und arbeiteten nach empirischen Gesichtspunkten. Von nun an war die Chemie eine ernstzunehmende Wissenschaft geworden, und die Chemiker waren im Gegensatz zu den Alchimisten angesehene Leute, die man in den Dienst von Forschung und Technik zu stellen vermochte, da ihre Erkenntnisse die Menschheit auf allen Gebieten voran bringen sollten - als Mittel zum Zwecke, welchem auch immer..
Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts
Nachdem dank Aufklärung und der vorausgegangenen Renaissance in verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen - befreit von religiösen Dogmen - schon seit etwa 100 Jahren eine Differenzierung ersichtlich wurde (vor allem Biologie und Medizin), erwacht auch die  Chemie langsam aus ihrem alchimistisch gefärbten Dämmerschlaf.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts bricht eine Ära an, in welcher die Menschheit eine Wissbegierde und einen Drang zu Neuem inne hat, wie sie es seit der Antike nicht mehr erlebte. Auf allen Gebieten werden nun Fortschritte gemacht, es ist die Zeit der Dichter und Denker. Diese Phase der Entzauberung der Welt ist bis heute nicht wirklich abgeschlossen.

1766 In Schottland lebte ein menschenscheuer, sehr impulsiver und doch feingeistig-brillanter Chemiker zur Zeit von König Georg III. von England. Und so wie jede negative menschliche Eigenschaft auch immer etwas Positives mit sich bringt, machte er in seiner Zurückgezogenheit und Eigensinnigkeit seine Experimente - nach eigenem Gutdünken und originärer Methodik. So fand er einen Bestandteil des Wasser, und widerlegte damit die immer noch übliche Betrachtungsweise der elementaren Natur des Wassers. Er weist auch nach, dass aus diesem Gas beim Verbrennen wiederum Wasser entsteht; daher nennt er es "Hydrogenium", den "Wasserbildner".
1774-77



In ähnlicher Tradition, Begabung und Betätigung wie Sigismund Marggraf stand der Deutschschwede Carl Wilhelm Scheele. Viele Experimente führte er, als gelernter Apotheker in der Analytik zur Identifizierung pflanzlicher Inhaltsstoffe durch. So fand er Citronensäure, Äpfelsäure und die Oxalsäure (Oxalis = Klee). Im Bereich der Anorganischen Chemie fand er ebenfalls zahlreiche wichtige, wie auch heutzutage bekanntere Stoffe, so etwa das nach faulen Eier riechende, giftige Gas Schwefelwasserstoff oder den Fluorwasserstoff. Mit seinen Untersuchungen der "Metallkalke", und der Freisetzung eines darin enthaltenen Gases, leistet er Pionierarbeit für die später formulierten chemische Gesetze der Erhaltung der Masse. Er beschreibt die Lebensluft (Sauerstoff), Stickluft (Stickstoff) und ein gelbgrünes Gas, welches er jedoch als "Oxyd eines unbekannten Radikals" nennt (Chlor).
1774 Ein weiterer bedeutender Chemiker der ersten Stunde war Johann Gottlieb Gahn. Er untersuchte ebenfalls Mineralien - unterschied z.B. erstmals zwischen Strontianit (Strontiumcarbonat) und Witherit (Bariumcarbonat) - und entdeckte, aufbauend auf den Arbeiten Carl Scheeles, ein neues Metall: Scheele stellte erstmals fest, dass sich beim Braunstein (Braunit) nicht um ein Eisenerz handeln kann (da er ja aus diesem die Lebensluft gewinnen konnte), und reduziert dieses mit Kohle. Das Mangan (vielleicht wollte er es auch "Mangahn" nennen) war entdeckt.
1775-87

Ein brillanter Chemiker, sowohl in der theoretischen als auch praktisch-analytischen Chemie war Antoine Lavoisier. Er lehnte als Erster die frühere - noch aus alchimistischen Zeiten stammende - Phlogistontheorie ab, nach welcher die Verbrennung auf einen Stoff in der Materie zurückzuführen sein. Leicht brennbare Stoffe sollten demnach viel Phlogiston enthalten, nicht brennbare nur wenig oder keines. Er formuliert, dank Scheeles und eigenen Vorarbeiten, das Gesetz von der Erhaltung der Masse, nach welchem bei keiner Reaktion etwas von den eingesetzten Massen verlorengeht oder neu entsteht. Er beschreibt den Sauerstoff, Stickstoff und Kohlenstoff als chemische Elemente, also Grundbausteine. Des weiteren führt er auch die moderne chemische Nomenklatur ein, und entwickelt ein erstes Verfahren zur organischen Analyse dadurch, daß er aus den Raumteilen an Wasser und Kohlendioxid auf die Formel der verbrannten (organischen) Substanz schließt.

LAVOISIER WIRD ALS EINER DER BEGRÜNDER DER MODERNEN
CHEMIE ANGESEHEN.

1782 Von Reichenstein untersuchte die Mineralien seiner Heimat Siebenbürgen, nachdem er in Wien Chemie und Mineralogie studiert hatte.

Er wird zum Entdecker eines metallähnlichen Elements, welches er "Sylvanium" tauft. Klaproth (siehe vier Zeilen unterhalb dieser) erkennt es dann als chemisches Element, und gibt ihm den Namen Tellur (Latein: Das Erd-Element).

1782 Peter Jacob Hjelm
(1746 bis 1813)
Seit der Antike war bereits die "Wasserbleyerde" bekannt, welche man irrtümlicherweise ein Bleierz vermutete. Peter Jacob Hjelm zeigte, dass sie jedoch nur deshalb Blei lieferte, weil sie oftmals zusammen mit "echten" Bleierzen vorkommt. In Wahrheit verbirgt sich in ihr ein anderes Metall, welches bei weitem höher schmilzt, und mehr Ähnlichkeit mit Eisen als mit Blei besitzt. So erhält er jenes Metall in sehr unreiner Form, und gibt ihm den Namen "Molybdän" in Anlehnung an das griechische Wort für Blei.
1783 Im Namen Seiner Majestät, Königs Karl III. von Spanien reisten die Brüder De Ulloa kreuz und quer durch den südamerikanischen Subkontinent. Mehr Reisende als Naturwissenschaftler waren die beiden, und doch hatten sie einen Blick für das Neue und Unbekannte, was die Neue Welt zu bieten hatte. So stießen sie auf ein Schmuckmetall, welches die Indianer Ecuadors verwendeten und teurer als Gold, und edler als Silber war. Sie brachten es mit in ihre spanische Heimat, wo dieses Metall als "kleines Silber" benannt wurde: Platina. Daraus wurde dann unser Name Platin.
Ein dritter böser Geist neben dem Kobold und dem Kupfernickel steckte im Wolfram-Erz, so die mittelhochdeutsche Bezeichnung für Erze, die in der Lage waren, Zinn-Erze so zu verschlacken, dass es schier unmöglich wurde, aus ihnen noch Metall zu gewinnen. Zusammen mit seinem Bruder Juan José fand nun Don Fausto D´Elhuyar durch Reduktion mit Kohle bei hohen Temperaturen in Wolframerzen (besser: in jenen aus der Mine Bastnäs in Schweden nahe Ytterby) ein schweres, unschmelzbar scheinendes Metall.
1789-97





Ein weiterer, außergewöhnlich begabter Analytiker seiner Zeit war Martin Heinrich Klaproth aus Werningerode. Auch er war, wie viele andere bedeutende Chemiker gelernter Apotheker mit mineralogischem Interesse. Er greift die Arbeiten seines Zeitgenossen Lavoisier auf, und unterstützt ihn in der Widerlegung der Phlogistontheorie.

Durch seine sehr umfangreichen Arbeiten und Experimente wird er zum Entdecker und Wiederentdecker einer ganzen Reihe von Elementen. So findet er das Uran in der Pechblende, das Zirkonium im Zirkon und auch Titan im Rutil. Er zeigt, dass der Chromit neben Eisen noch ein weiteres Metall enthält: Das Chrom. Für die Entdeckung einer Reihe weiterer Elemente leistet er entscheidende Vorarbeit.

AUCH KLAPROTH ZÄHLT ZU DEN BEGRÜNDERN DER MODERNEN CHEMIE.

1794
als Yttererde.
Der finnoschwedische Mineraloge Johan Gadolin untersuchte ein seltsames, schweres Mineral aus einer Kupfererz-Mine nahe Ytterby (Schweden) auf ihre Zusammensetzung. Dabei findet er, dass seine Analysen, gleichwie er sie auch anstelle, jedes mal einen Fehlbetrag von rund 38% aufwiesen. Er sagt daher eine neue, unbekannte Erde voraus, die "Yttererde" (Ytterbia), aus welcher später fast alle Seltenerdelemente isoliert werden sollten. Das schwarze Mineral wird schlussendlich nach ihm als "Gadolinit" benannt.
Ab 1800 bis 1830: Die erste große Entdeckerzeit
In der Zeit von 1800 bis 1830 wurden nicht weniger als zweiundzwanzig neue Elemente entdeckt.

Dies ist unter anderem eine Folge von immer präziseren analytischen Methoden, den Erfindungen immer besserer Messinstrumente und nicht zuletzt auch der immer größeren Mobilität die den Menschen dank Schifffahrt und Eisenbahn zunehmend gewährt war. Das Europa der Wissenschaften in dieser Zeit war ein geeintes Territorium in welchem sich seine Mitglieder rege untereinander in ihren Erkenntnissen und Entdeckungen austauschten.

Auf der PSE-Schautafel rechts sind nun die im Jahre 1800 bekannten Elemente zu sehen.

1802 Gustav Ekeberg war ebenfalls ein schwedischer Mineraloge, der sich analytisch sehr vielfältig betätigte. Bei einer seiner Analysen stößt er auf eine merkwürdige Verbindung, die er als Oxid eines unbekannten Metalls identifiziert. Dieses Oxid löste sich jedoch weder in Säuren noch in Laugen unter Salzbildung auf, weswegen er das zugrunde liegende Element nach der griechisch mythologischen Figur Tantalos benannte. Wie jener sei dieses Element zu ewigem Durst verbannt, welches es auf keine Art (weder in Säuren noch in Laugen) stillen könne.
1803/04

Es ist schon als Präzisions-Arbeit zu bezeichnen, natürlich vorkommendem Platin seine Begleiter durch analytische Trennungsgänge zu entlocken, zu isolieren und dann auch noch rein darzustellen! Dies ist selbst in der heutigen Zeit moderner Analysemethoden nur dem erfahrenen Chemiker wirklich möglich, welchem dabei immer Hilfsmittel zur Verfügung stehen, an die vor zweihundert Jahren noch niemand zu denken vermochte.

In den Jahren 1803 und 1804 machten sich zwei gute Freunde zusammen an diese Arbeit, und fanden dabei nacheinander vier - sich überaus ähnliche Elemente im Platin:

Iridium und Osmium wurden von James Smithson Tennant durch Fällung aus in Königwasser (einer Säuremischung aus drei Teilen konzentrierter Salzsäure mit einem Teil konzentrierter Salpetersäure) gelösten Platins gefunden.

Wollaston setzte das begonnene Kunststück fort, und stellte zwei leichtere, aber fast ebenso edle Metalle aus Platin (Palladium) und Iridium (Rhodium) dar.

Nur ein einziges, weiteres Metall aus der Platingruppe entdeckten sie nicht...



1807/08





Nachdem Voltaire seine Froschschenkel mit Hilfe einer seltsamen Apparatur aus einem Kohlestift und einem Metallstift, welcher er in eine Zitrone steckte, zappeln ließ, war einem Mann seiner Zeit sofort klar, dass Voltaire der Chemie einen großen Dienst erwiesen hatte:

Humphry Davy schmolz Soda in einem Tiegel zu einer rot glühenden Flüssigkeit, und tauchte darin eben die wie oben beschriebenen Stifte hinein. Er hatte schon vorher viele erdartige Stoffe analysiert und in ihre Bestandteile zerlegt; doch einige Stoffe widersetzten sich hartnäckig jedem Analyse-Vorgang. Dabei erhielt er einen seltsamen, allem Anschein nach metallischen Stoff, welcher einerseits so weich war, dass er ihn mit einem Messer schneiden konnte, anderseits so unedel war, dass er sich an der Luft sofort zu einer weißen, sich an feuchten Fingern wie Seife anfühlenden, weißen Masse verwandelte.

Nach dieser Entdeckung ließ ihm sein Forschungsdrang keine Ruhe mehr: Er wiederholte sein Experiment an Pottasche, Magnesia und Kalk - weitere - schier untrennbar scheinende - Verbindungen. Und er hatte wiederum Glück: Binnen kurzer Zeit entdeckte er fast alle Vertreter der ersten beiden Hauptgruppen, die da waren: Natrium (aus Soda, daher englisch Sodium); Kalium (aus Pottasche, daher englisch Potassium), Calcium (aus Kalk, der lateinisch Calx heißt), Magnesium (aus der Magnesia-Erde), Barium (aus Baryterde) und Strontium (aus Strontianit, einem Mineral der Zusammensetzung Strontiumcarbonat).

Zusammen mit seinem Berufskollegen Thénard isolierte er aus dem Borax auch noch ein anderes Element, welches in seiner Erscheinung irgendwo zwischen den typischen Metallen und den spröden Nichtmetallen lag: Das braune Bor.

1811 Beim versehentlichen Neutralisieren eines alkalischen Aufschlusses aus Braunalgen mit konzentrierter (anstelle verdünnter) Schwefelsäure muss Courtois wohl seinen Augen nicht getraut haben: Aus dieser Brühe stiegen dank der starken Wärmeentwicklung plötzlich violette Dämpfe auf, die sich an den kalten Fensterscheiben seines Arbeitsraumes zu metallisch glänzenden, dunklen Kristallen niederschlugen und einen starken, sehr eigentümlichen Geruch besaßen. So oder so ähnlich muss er die Entdeckung des Halogenes Iod wohl erlebt haben.
1817 Bei der Analyse eines Minerals durch elektrischen Strom findet Arfvedson ähnlich Davy ein Metall mit höchst seltsamen Eigenschaften: Viel leichter als Wasser, sich sofort mit einer unansehnlich schwarzen Schicht überziehend und äußerst reaktionsfreudig in seinem Verhalten, musste auch dieses Metall mit den Davy´schen Metallen verwandt sein. Er nennt es auf Anraten von Berzelius (siehe übernächste Zeile) "Lithium" = Steinmetall.
1817 Stromeyer war ein Apotheker, der sich mit den Heilpflanzen genau wie mit Arzneien anorganischer Natur auf das Gründlichste hin befasste. So fiel ihm auch auf, dass manche der gängigen Zinkpräparate aus unerklärlichen Gründen regelrecht giftig waren. Dieser Sache ging er dann auf den Grund: Zink siedet bei etwas über 900°C, doch ihm fiel auf, dass dem "giftigen Zink" schon bei wesentlich tieferen Temperaturen braune Dämpfe entwichen. Unter Luftabschluss sublimierte er so ein Metall, welches dem Zink chemisch wirklich sehr ähnlich, doch auch imstande war, in geringen Mengen Mäuse und Ratten zu töten. Er nannte das Metall, welches er gleichsam als chemisches Element identifizieren konnte, nach dem griechischen Wort des Zinkerzes (Galmei) "Cadmos" als Cadmium.
1817-28





Er war der Genius seiner Zeit, ein Chemiker der in Begabung und Weitblick Isaac Newton oder Albert Einstein in nichts nachstand: Jöns Jacob Berzelius. Um nur einige seiner Verdienste zu nennen, sei hier erwähnt, dass alle heutigen Elemente ihm ihre Symbolschreibweise verdanken. Jede aufgestellte chemische Formel trägt seinen Geist, da er Nomenklatur und Schreibweise chemischer Reaktionen vereinheitlichte und in die noch heute gültige Form brachte. Er war es dann auch, der zum ersten Male von "Atomgewichten" sprach, und eine Tabelle diesbezüglich veröffentlichte. Somit wurde er zum geistigen Gründer einer Arbeit, die 1869 von Gregor Mendelev fortgeführt wurde: Ein Grundstein zu dem, was die chemische Ordnung ausmacht, war gelegt: Er fasste mithilfe seiner Atomgewichtstabelle verwandte Elemente in so genannten Triaden zusammen, immer drei mit besonders ähnlichen Eigenschaften, und annähernd doppeltem Atomgwicht vom leichten über das mittlere zum schweren. Lithium - Natrium - Kalium; Calcium - Strontium - Barium usw.

Schließlich trugen seine praktische Arbeiten ebenfalls weitreichende Früchte, vielleicht kann man ihn als Urvater der Halbleitertechnik ansehen - er fand den Hauptbestandteil allen Gesteins: Das Silicium. Und mit ihm ähnlich reagierende Elemente; so identifizierte er Zirkon als chemisches Element, entdeckte das Thorium im Monazitsand, und fand Selen als Begleiter von Schwefel und Tellur in vielen Metallerzen.

JÖNS JACOB BERZELIUS ERKANNTE ZUSAMMENHÄNGE UND FORMULIERTE GESETZE, DIE BIS HEUTE IN DER CHEMIE GÜLTIG SIND. SEIN LEHRBUCH GEHÖRT ZU DEN FUNDAMENTALEN WERKEN DER CHEMIE DES 19. JAHRHUNDERTS.

1826 Balard fiel auf, dass sich Chlor und Iod zwar ähnlich sind, aber zur Bildung einer Triade - wie etwa jene von Schwefel - Selen - Tellur, noch ein Element in der Mitte fehlen müsse. Das Chlor mit einem Atomgewicht von 35,5 und das Iod mit einem von 127 ließ den Schluss zu, dass jenes Element etwa 70-80 Atomgewichtseinheiten schwer sein müsse.

So griff er den Braunalgenversuch von Courtois nochmals auf, da er ja wusste, dass in jenen sowohl das Chlor als auch das Iod aufzufinden sind. Nach einigem Probieren und Destillieren gelang es ihm dann, vom Chlor eine braune, ebenfalls äußerst stechend und übel riechende Substanz abzusondern. Er benannte, das bei Zimmertemperatur wie Quecksilber ebenfalls flüssige Element nach seinem Geruch als "Bromine" (griechisch bromos = Gestank).

Später entdeckte er auch noch, dass die Verbindung des Silbers mit jenem Brom sich am Licht verfärbt. Balard schuf die Grundlagen für die Daguerretypie und Fotographie.

1827/28

Friedrich Wöhler war gleich Berzelius ein sehr talentierter Analytiker - so dass er bereits früh zu experimentieren begann. Sehr zum Missfallen seines Vaters, der es lieber gesehen hätte, wenn aus dem aufgeweckten Jungen ein Arzt geworden wäre. "Doch lieber ein guter Chemiker als ein schlechter Arzt" muss sich Friedrich gedacht haben, und begann alsdann Chemie zu studieren. Und fünf Jahre nach seinem Studium begann er damit, Irrtümer des großen Berzelius aufzuweisen, und neue Elemente zu entdecken. So führt er die Darstellung der ersten organischen Synthese durch (Harnstoff aus Ammoniumthiocyant) und widerlegte damit die These von Berzelius, Organika könnten nur von Lebewesen synthetisiert werden.

Das "Tonsilber" gewann er mittels Reduktion des Bauxits mit Chlorgas und Kohle. Es war zu dieser Zeit teurer als Silber, da seine Herstellung immens aufwändig war - obgleich in der Natur der Bauxit zu den wirklich häufigen Mineralien zählt. Aluminium ist überhaupt noch häufiger als Eisen, das dritthäufigste Element (nach Sauerstoff und Silicium) überhaupt.

Dem Beryll entlockte er, ein dem Aluminium chemisch ähnliches Element: Das Beryllium.

1830 Nach dem der spanische Chemiker Del Rio im Jahre 1801 ein Chromerz untersuchte, und darin ein Oxid vorfand, welches er jedoch irrtümlicherweise als Chrom-Oxid ansah, griff Sefström dessen Analytiken auf, und schaffte es, dieses vermeintliche Chromoxid mit Kohle zu reduzieren: Das resultierende Metall unterschied sich jedoch sehr deutlich vom Chrom. So zeigte es mit Säuren und Laugen andere Farben und war auch zäher als jenes.

Er benannte das Metall nach dem Beinamen der germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Freya (Vanadis), als Vanadium.

Ab 1830 bis 1869 - von Berzelius bis Mendelev
Elf Elemente werden zwischen 1830 und 1869 entdeckt. Sowenig wie diese Zahl - vergleicht man sie mit den dreißig Jahren von 1800 bis 1830 auch erscheinen mag; diese Elemente legen ein prägnantes Zeugnis vom weiteren Fortschritt der Technik eben jener Zeit ab: Erstmals tauchen wirklich schwer auffindbare und seltene Elemente auf den Plan, und eines jener Elemente wird nicht auf der Erde, sondern in unserer Sonne entdeckt. Vier dieser elf Elemente sind nicht anderes als die Ankündigung einer komplett neuen, bis dato unbekannten Gruppe des PSE´s: Die Seltene Erden.
1839-43



Erbin-Erde
Terbin-Erde
Didym-Erde


isoliert

Carl Gustav Mosander beginnt sich für zwei Mineralien zu interessieren, nämlich den Cerit (schwerer Stein von Bastnäs) und den Gadolinit, aus welchem Gadolin 1794 schon eine unbekannte Erde (Yttererde) isolierte.

Er schafft es, aus dem Cerit eine Erde zu gewinnen, die er Cer-Erde nennt. Nach weiteren Trennungsgängen spaltet er 1839 wiederum in zwei Fraktionen auf: Die eine schien nun gereinigte Cer-Erde zu sein, die andere nennt er Lanthan-Erde. Aus der Cer-Erde gewinnt er noch 1839 elementares Cer. Die Lanthan-Erde behandelt er weiter, und schafft es abermals, ihr eine zweite Fraktion abzugewinnen: Nun erhält er 1842 Didym-Erde (Er vermutet sie als aus zwei Element-Oxiden zusammengesetzt, womit er Recht behält) und gereinigte Lanthanerde, aus welcher er dann auch elementares Lanthan herstellen kann.

Aus dem Gadolinit, in welchem Johan Gadolin schon 1794 durch einen Fehlbetrag von 38% seiner Analyse ein neues Element voraus gesagt hatte, führt er 1843 ebenfalls einen sehr aufwändigen und mühevollen Trennungsgang durch. Das Resultat sind drei Erden-Fraktionen, welche er nach Ytterby durch Wortstückelung als "Terbin-Erde", "Erbin-Erde" und gereinigte Yttererde nennt. Aus der letzteres gewinnt er ein chemisches Element, das Yttrium.

1844 Aus dem Tantalpentoxid isoliert Heinrich Rose in aufwändiger Trennungs-Arbeit ein weiteres, dem Tantal überaus ähnliches, jedoch nur halb so dichtes Element. Er benennt es, da es ja gewissermaßen die "Tochter" des Tantals war, in Anlehnung an die Tochter von Tantalos (Niobe) als "Niob".
Carl Ernst Claus war ein deutschrussischer Chemiker, der sich sehr mit der Rückgewinnung von Edelmetallen aus deren Produktionsabfällen befasste. Seine Arbeiten hatten auch den gewünschten Erfolg, so entwickelte er unter anderem ein Verfahren zur Platin-Rückgewinnung aus - bisher wirtschaftlich unrentablen - Abfallstoffen.

Da er den Dingen gerne auf den Grund ging, und seine Edelmetalle in reiner Form vorliegen haben wollte, separierte er aus diesen Platin-Abfällen auch die seine Begleitmetalle Rhodium, Palladium, Osmium und Iridium aus. Und dabei fand er, als er sich die Osmium-Fraktion unter die Lupe nahm, dass diese eben nicht rein war. Er isolierte 1844 ein drittes, leichtes Platinmetall, und benannte es Ruthenium ("Russisches Metall"). Von nun an waren drei leichte (Ruthenium, Rhodium und Palladium) und drei schwere (Osmium, Iridium, Platin) Platinmetalle bekannt. Daran sollte sich bis 1994 auch nichts mehr ändern.

1860/61


Nein, der Bunsenbrenner ist wirklich keine Erfindung von ihm - Robert Wilhelm Bunsen. Er hat zwar viele Entdeckungen gemacht, aber eben nicht jenen Brenner, den man heute in jedem Laboratorium antrifft. Dieser war "nur" eine Sache die zwar schon erfunden war, aber von ihm aufgegriffen wurde, um verbessert zu werden. Es gibt eine Anekdote darüber, dass es in seinem Auditorium jedes Mal, wenn er Vorlesung hielt, nach verbranntem Horn gerochen habe, weil er sich einen Scherz damit machte, seine Finger in die Flamme "seines" Brenners zu halten....

Dafür hat jener Bunsen zusammen mit Kirchhoff aber eine andere Erfindung gemacht, die in ihrer Folge viel weit reichender war, als die Verbesserung eines Labor-Brenners, nämlich die Erkenntnis der Bedeutung, die in der Flammenfärbung liegt.

Die beiden erkannten, dass das an sich ja weiße Licht der Sonne, betrachtet man es durch ein Prisma (eine Dreiecksäule aus Glas), sich in ein komplettes Farbspektrum von violett bis rot zerlegen ließ. Nun kamen sie auf die sehr geistreiche Idee, sich auch Licht aus anderen Lichtquellen, z.B. einer Kerze, einer Glühbirne (Erfindung Thomas Edisons einige Jahre zuvor) oder von Metallsalzen, die der Flamme eines buntes Aussehen verleihen konnten, anzusehen. Je nach gewählter Flamme bekam ihr Prismen-Spektrum nun ein anderes Aussehen: Das Licht mancher Quellen erzeugte ebenfalls wie auch das Sonnenlicht, den ganzen "Regenbogen" an Farben, doch das Licht anderer Quellen lieferte nur einige Linien. Sehr schnell erkannten sie den Zusammenhang zwischen den Materialien, welche zum Glühen bzw. Verbrennen benutzt wurden, und dem jeweilig daraus resultierenden Spektrum.

So fanden sie ein bequemes Verfahren, in den verschiedensten Probenmaterialien anhand ihrer Spektren chemische Elemente nachzuweisen.

Und es kam alsdann, wie es kommen musste: Sie entdeckten in Kalium-Salzen, dass einige Linien des vermeintlichen Kalium-Spektrums bei verschiedenen Proben unterschiedlich stark ausgeprägt waren, und fanden auch Mineralien, wo diese besagten Linien viel stärker als die "eigentlichen" Kalium-typischen Linien erschienen. So fanden sie zwei Elemente, die sich chemisch wenig vom Kalium unterschieden, wenngleich diese wesentlich schwerer in ihrem spezifischen Gewicht und der Heftigkeit ihrer Reaktionen waren: Sie benannten die beiden Metalle dann auch nach den Farben der ihnen typischen Linien als "Rubidium" ("ruber" ist Latein für rot) und Cäsium ("caesius" heißt auf Latein soviel wie "blauer Himmel").

Noch im selben Jahr entdeckte dann der Brite William Crookes das nächste Element aufgrund seines Spektrums: Das "Grüne-Zweig-Spektrallinien-Metall" Thallium (griechisch: thallos = grüner Zweig) stellte sich als giftiges, dem Blei in vielerlei Hinsicht ähnliches Metall heraus.

Zwei Jahre später, also im Jahre 1863 griffen zwei Chemiker, Ferdinand Reich und Theodor Richter, dieses Verfahren zur Untersuchung weiterer Minerale auf. In Zinkerzen fanden sie dann, neben dem schon bekannten Cadmium ein weiteres Element, welches sie im Anklang an die Benennungsphilosophie von Bunsen und Kirchhoff ebenfalls nach der ihm typischen - indigoblauen - Spektrallinie als "Indium" benannten.

1861
1863
1868 Lockyer richtete während einer totalen Sonnenfinsternis ein Teleskop mit einem Prisma in die Sonnenkorona , und fand in jenem Spektrum die Linien eines auf der Erde unbekannten "Metalls", welches er dann als "Sonnenmetall" benannte.

Erst Ramsay zeigte auf, dass dieses Element jedoch kein Metall war, sondern ein extrem reaktionsträges Gas.

Helium war das fünfte und letzte Element, welches ausschließlich durch seine Spektrallinien entdeckt wurde.

 

1869 Selber hat er nie ein Element entdeckt, aber er ist trotzdem der "Übermeister" aller Elemente, die er erstmals in ein System einzuordnen begann: Dmitri Mendelev.

Es war schon seit Berzelius bekannt, daß sich auffallend immer drei Elemente zu einer Art Einheit zusammenfassen ließen, welche man Triaden nannte. Mendelev ging nun den nächsten logischen Schritt damit, daß er die Triaden - in Abfolge der Atommasse des jeweils leichtesten Elements - untereinander schrieb. Dabei fand er fünfzehn Gruppen, von denen er sieben in Haupt- und Nebengruppen unterteilen konnte. Nur mit einer achten, zu denen er Eisen, Cobalt, Nickel und die Platinmetalle stellte, konnte er dies eben nicht.

Anstelle sein System infrage zu stellen und zu verwerfen, besaß er genügend Genialität, in manchen Triaden ein fehlendes Element und gar ganze fehlende Gruppen zu vermuten.

So sagte er voraus, dass es ein Element mit der Atommasse von etwa 45 geben müsse, dass sich in seinen Eigenschaften an das Bor anschließen muß (Eka-Bor). Und Silicium und Zinn bilden zusammen mit einem unbekannten Mittelglied ebenfalls eine Triade, an die sich als viertes Element noch das Blei anschließt. Ähnliches vermutete er für eine Triade von Aluminium, Indium und einem unbekannten Element.

Nur wenige Jahre später bestätigten sich seine Vermutungen: Das Scandium hatte haargenau die Eigenschaften seines Eka-Bors, Germanium verhielt sich wie sein vorhergesagtes Element zwischen Silicium und Zinn, und das Gallium fügte sich hervorragend zwischen Aluminium und Indium ein.

MENDELEV FÜHRTE DAS ZU ENDE, WAS BERZELIUS BEGANN: EINE ORDNUNG IN DIE CHEMIE, VORALLEM IN DIE ABFOLGE DER CHEMISCHEN ELEMENTE ZU BRINGEN.

Das späte 19. Jahrhundert - Von Mendelev bis Curie
Als Dmitri Mendelev im Jahre 1869 ein "periodisches System der Elemente" aufstellt, sind immerhin schon 63 der 92 natürlich (in größeren Mengen) vorkommenden Elemente entdeckt.

Drei Jahre nach Entdeckung der Radioaktivität, im Jahre 1900 sind es von diesem Zeitpunkt nur 31 Jahre - in welchem dank Mendelev jedoch alle fehlenden Elemente bis auf zehn entdeckt werden sollten. Jetzt ist diese Suche kein unwillkürliches analytisches Stochern im Reich der seltenen Mineralien mehr, sondern ein detailliert beschriebenes Planspiel geworden: Man kennt die "weißen Flecken auf der Landkarte", und weiß wie man sie erforschen kann.

Die Entdeckungen der Seltenen Erden
1878 Marignac befasste sich 1878 mit der Separierung seltener Erden. Er griff die "Erbin-Fraktion" Berlins, die ja eigentlich die "Terbin-Fraktion" Mosanders war auf, und trennte sie chemisch in mehrere Einzelerden auf: Die Ytterbium-Erde und in das gereinigte Erbin. Fälschlicherweise erkennt er die Ytterbium-Erde als chemisch rein, und benennt das zugrunde liegende Metall als "Ytterbium". Nilson sollte ein Jahr später seinen Irrtum aufdecken...
1879 Nilson findet in Marignacs Ytterbium-Erde nach spektralanalytischen Untersuchungen noch ein weiteres Element, welches von auffallend geringer Atommasse zu sein schien. Das Scandium - wie er es nannte - stellt wie auch das Yttrium - ein sehr leichtes Seltenerd-Metall dar. Es hat von allen Seltenerdmetallen die meiste Ähnlichkeit mit dem Aluminium.


Ein Arbeitskollege von Nilson trennt die andere Fraktion Marignacs, das "gereinigte Erbin" in weitere Erden auf: Die Erbium-Erde (welche nun nur noch Mosanders "Terbium" enthält) und in eine zwei neue Fraktionen, die Thulium-Erde und die Holmium-Erde. Während die Thulium-Erde chemisch rein erscheint, weist Lecoq de Boisbaudran in der Holmium-Erde noch ein anderes Element nach....
1879-86



Auch der Entdecker des Galliums, Paul Emile Lecoq de Boisbaudran, befasst sich nun mit dem immer verwirrender werdenden "Spiel" der Seltenerd-Entdeckung. Zum einen fraktioniert er 1886 die Holmium-Erde von Cleve weiter auf. Durch mühsamste fraktionierende Fällung mit einem Salz der Citronensäure gewinnt er einen kleinen Teil einer, der Holmium-Erde sehr ähnlichen, doch von ihr unterscheidbaren Erde, die er als Dysprosium-Erde bezeichnet. Dysprositos ist griechisch, und heißt soviel wie "schwer trennbar".

Ebenfalls 1886 nimmt er sich, da Spektralanalysen darauf hinweisen, Mosanders Didym-Erde vor. Er separiert in einem ebenfalls nervenraubenden, mühsamen Verfahren eine weitere Erde von dieser ab, welche er - sein Didym stammte aus Samarskit - Samarium-Erde nennt.

Sieben Jahre später trennt er diese Samarium-Erde noch weiter auf; neben "gereinigter Samarium-Erde" findet er die Fraktion eines neuen Seltenerd-Oxids, welches er alsdann zu Ehren Johan Gadolins "Gadolinium" benennt. Während die Gadolinium-Erde chemisch rein ist, sollte es Demarcay gelingen, noch ein weiteres Element aus ihr zu gewinnen, und zwar das Europium, welches sich nur wenig vom Samarium unterscheidet.

1901
1885/1907



Den Abschluss der Entdeckungsgeschichte der seltenen Erden machte Karl Auer Freiherr von Welsbach in zwei Etappen:

1885 trennte er die von Lecoq 1879 vorgereinigte Didym-Erde schließlich in Praseodym- und Neodym-Erde auf, aus welchen sich die beiden Elemente auch rein darstellen ließen.

1907 isoliert er, zeitgleich mit Urbain, aus der Ytterbium-Erde (der vorgereinigten Fraktion Nilsons von 1879) eine geringe Menge des seltensten und vorletzten der Lanthanoid-Elemente: Das Lutetium.

NUN FEHLTE NUR NOCH DAS ELEMENT Nr. 61, welches sich in seinen Eigenschaften und seinem Atomgewicht zwischen Neodym und Samarium befinden sollte. Dieses findet sich jedoch nicht in Natur, so dass alle Versuche zur Auffindung erfolglos bleiben mussten.

Die beinahe vollständige Komplettierung der Hauptgruppen
1875 In einer zeitraubenden Arbeit, angeregt durch Mendelevs Periodensystem macht sich Paul Emile Lecoq de Boisbaudran, als hätte er mit seinen Seltenerd-Experimenten nicht schon genug zu tun, im Bauxit auf die Suche nach dem Eka-Aluminium. Er findet es auch und isoliert das bei Zimmertemperatur beinahe flüssige Metall. Seinen Namen "Gallium" kann man als Versuch deuten, es nach sich selbst benannt zu haben (Der Hahn heißt auf französisch eben Le coq, und auf Latein Gallus). "Offiziell" wählte er jedoch sein Heimatland Frankreich, welches größtenteils in der römischen Provinz "Gallia" liegt, als Namenspatron des Elements.
1886 Clemens Winkler sitzt halb verzweifelt an seinem Schreibtisch. Nach dem er den Argyrhodit nun auf alle bekannten Elemente hin analytisch überprüft hatte, seinen Prüfbericht zum hundertsten Male nachgerechnet hatte, fand er trotzdem jedes mal dasselbe Ergebnis: In der Analyse fehlen ziemlich genau 7 %. Doch wie es sich für einen Forscher gehört, zweifelt er nicht länger an sich selber, sondern sieht ein, dass in jenem Argyrhodit mit ziemlicher Sicherheit ein unbekanntes Element stecken musste.

Er weiß sogar einiges über dessen Eigenschaften, vor allem was seine Atommasse betrifft. "Sie kann nicht zufällig 72 sein" - denkt er sich, und fällt schließlich, als wolle er Silicium isolieren, aus einer alkalischen Fraktion des Mineralaufschlusses durch Säurezugabe ein Oxid aus. Nach dessen Reduktion mit Kohle ist ihm klar: Mendelev hatte mit seinem Eka-Silicium recht. Er benennt es, da Lecoq ein Element "Gallium" genannt hatte und das deutsch-französische Verhältnis jener Zeit nicht besonders gut war, als "Germanium". So hatte das Periodensystem etwas, was der damaligen geografischen Landkarte fehlte: Frankreich und Deutschland  in friedlicher Eintracht nebeneinander.

Ähnlich Lecoq und Winkler versuchte sich auch der Franzose Henri Moissan inspiriert von Mendelevs Periodensystem auf der Betretung unbekannten Terrains.

Da alle Welt seiner Zeit nach Metallen suchten, und - bewusst oder unbewusst - die noch fehlenden Nichtmetalle ignorierten, sah sich Moissan dieser ehrenvollen Aufgabe verpflichtet.

Er wusste, dass die Fluss-Säure, die ja schon Thénard und Gay-Lussac rein darstellten, eine Wasserstoffverbindung eines Nichtmetalls der Atommasse von ungefähr 19 war. Dieses Element wäre damit mit allergrößter Sicherheit ein leichteres Verwandtes des Chlors und des Broms. Nur, bisher scheiterten alle Versuche zur Darstellung des Elementes, da es sich aus seinen Verbindungen (in welchen es immer einwertig vorliegt) mit keinem ´Reagenz in Freiheit setzen ließ. Versuchte man, es in ähnlicher Weise wie das Chlor aus seinen wässrigen Salzlösungen mittels Elektrolyse zu gewinnen, so erhielt man dabei stets Sauerstoff.

Moissan erkannte noch vor seiner Darstellung dieses Elements, das Fluor als stärkstes Oxidationsmittel. Daher sei es auch nicht möglich, es mittels anderer Oxidationsmittel bzw. in Anwesenheit von - auch nur schwachen Reduktionsmitteln, wie es das Wasser nun einmal ist - darzustellen. Allein eine Elektrolyse, in welcher nur das Fluorid und Kationen zugegen sind, unter dem Ausschluss jeder Spur von Wasser, könnte elementares Fluor liefern. So löst er das wasserfreie Kaliumfluorid (KF) in wasserfreier Fluss-Säure (HF) und leitete durch diese Lösung einen elektrischen Strom. Dieses Experiment hatte alsdann den gewünschten Erfolg; er erhielt ein hellgelbliches, stechender als Chlor riechendes, äußerst reaktives Gas. Es war so derart aggressiv, dass er es sorgsam vom, bei der Elektrolyse als zweitem Produkt (an der Kathode) entstehenden Wasserstoff trennen musste, da es mit ihm in einer Verpuffung sofort wieder zu Fluorwasserstoff reagierte.

1896
Radioaktivität

Henri Becquerel befasste sich mit der Photolumineszenz bei Mineralien. Photolumineszenz bedeutet, dass ein Stoff in der Lage ist, aufgenommenes Licht zu speichern, und dann über eine ganze zeitlang nach der Belichtung abzugeben. Um den Effekt sichtbar zu machen, beleuchtete er die betreffenden Steine und legte sie dann in einem dunklen Raum in Photopapier. Es erschien ihm schon recht seltsam, dass die Mineralien, die Uran oder Thorium enthielten, jedes Mal das Fotopapier belichteten, ohne dass man auch nur das geringste Nachleuchten sehen konnte. Das machte Becquerel stutzig, so dass er einfach einmal unbelichtete Uranpechblende in sein Fotopapier wickelte. Und siehe da: Auch dieses Papier war belichtet.

Gute Freunde von ihm waren Pierre und Marie Curie, welche ebenfalls physikalisch sehr versiert waren. Sie isolierten daraufhin das metallische Uran aus der Pechblende, und wiederholten abermals den Belichtungsversuch. Resultat: Reines Uran strahlt wesentlich schwächer als die Pechblende selbst. Nun begannen sie damit, aus etlichen Tonnen dieses Erzes zwei Elemente zu isolieren, die für die starke Strahlung verantwortlich waren. Das eine - es verhielt sich chemisch wie Barium - war das Radium, das andere - chemisch dem Tellur ähnlich - das Polonium.

HENRI BECQUEREL UND DIE CURIES ERHIELTEN FÜR DIE ENTDECKUNG UND DEUTUNG IHRER NEUEN STRAHLUNG 1903 DEN NOBELPREIS.

SIE NANNTEN DAS PHÄNOMEN RADIOAKTIVITÄT.

 

1896

1898-1900



William Ramsay (später zum Ritter geadelt) interessierte sich sehr für die Zusammensetzung unserer Atmosphäre. Er fand unter anderem auch die spezifischen Dichte vieler Gase, und dabei fiel es ihm auf, dass sich die Dichte des, durch fraktionierende Destillation aus Luft gewonnenen Stickstoffs von chemisch aus Nitriden gewonnenem unterschied. Dieser Sache ging er nach, und isolierte in einem chemischen Trennungsgang (Umsetzung von Luft mit Magnesium, wobei sowohl Stickstoff als auch Sauerstoff umgesetzt wurden, und zur Bindung des Kohlendioxids anschließende Einleitung des Restgases in Kalkmilch) ein extrem inertes Gas, welches sich zu knapp einem Prozent in der Luft befindet: Er taufte es "Argon" (Das träge Gas), und erinnerte sich an die Vorhersagen Mendelevs, welcher zwischen den Alkalimetallen und den Halogenen eine bisher unbekannte Gruppe vermutete. Nur besaß das Argon eine etwas größere Atommasse als das Kalium, aber davon ließ er sich nicht irritieren, da es weitere Elemente gibt, bei denen mit zunehmender Ordnungszahl die Massenzahl etwas abnimmt (z.B. auch Cobalt zu Nickel oder Tellur zu Iod).

Er vermutete auch, dass es noch weitere Elemente geben müsse, die dem Argon sehr ähnlich sein müssten. So fand er nacheinander Neon, Krypton und Xenon ebenfalls in der Luft und das Helium im Cerit (siehe Seltene Erden). Als letztes i-Tüpfelchen identifizierte er auch noch Debiernes "Actinon", Dorns "Radon" und sein selbst entdecktes "Niton" aufgrund seines Massenspektrums als ein und dasselbe Element (Nr. 86). Da Friedrich Ernst Dorn der erste Entdecker, wurde das Element "Radon" getauft.

1899 Debierne vervollständigte die Arbeiten von Pierre und Marie Curie mit der Isolierung eines dritten, ebenfalls stark radioaktiv strahlenden Elements, welches er Actinium nannte und "als dem Lanthan ähnlich" beschrieb.
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts - Von Curie bis zur Nutzung der Kernernergie
In der Zeit nach der Jahrhundertwende bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945, nachdem den Chemikern mit Mendelevs Periodensystem zunächst ein Suchplan vorlag, bringen die Erkenntnisse von Einstein, Bohr und Rutherford schließlich Modelle von der Beschaffenheit und den Eigenschaften der kleinsten Teilchen bzw. den Zusammenhang zwischen Materie und Energie. Vielleicht wird erst durch diese drei Wissenschaftler der letzte Schritt des von Lavoisier 100 Jahre zuvor begangenen Weges zur Widerlegung der alchimistischen Phlogistontheorie wirklich zu Ende gebracht. Man weiß dadurch, wie man zu den letzten unbekannten Elementen gelangen kann, ohne in der Natur vergeblich nach ihnen suchen zu müssen - aber leider auch, wie man Waffen bauen kann, die in ihrer Zerstörungskraft alles bisher Dagewesene in Nichtigkeit verblassen lassen. In jener Zeit wurden dann auch noch jene Elemente rein dargestellt, die sich bisher jedweder Analytik aufgrund von Ähnlichkeiten zu nahe verwandten Elementen, hartnäckig widersetzten (z.B. Hafnium in Zirkonium).
1913-1918 Für das Element Nr. 91 müssen aus denselben Gründen wie beim Radon auch mehrere Entdecker genannt werden.

Als Erste wären da die Herren Gohring und Fajans im Jahre 1913, welche erstmals Gesetze über natürliche Zerfallsreihen aufstellten. Dabei erwähnten sie das Element Nr. 91 als Zwischenzerfallsprodukt aus Thorium-231 heraus als Proto-Actinium ("das dem Actinium vorausgehende Metall.").

Lise Meitner und Otto Hahn schließlich isolierten das Element aus der Uranpechblende und beschrieben es. Es ist in dieser bei Weitem häufiger anzutreffen als Polonium oder Actinium, trotzdem wurde es später entdeckt.

Im Jahre 1945 wurde der Name "Proto-Actinium" zum dem auch heute noch gültigen "Protactinium" verkürzt. Es gibt Wissenschaftler, die behaupten dass eines seiner Isotope (Pa-231) sich ebenfalls zum Bau von Kernwaffen und zur Verwendung von Brennstäben im Kernreaktor einsetzen ließe.

1923 Wenn man landläufig meint, dass sich die 14 Lanthanide (Seltene Erden) schon überaus ähnlich seien und bei ihrer Trennung Probleme bereiten, so ist das eine wahre Vermutung. Man meint dann aber auch, dass diese Elemente die Superlative bildeten, was Verwandtschaft zueinander anginge - und dies ist falsch. Es gibt zwei Metalle, die beide natürlich vorkommen, eines doppelt so schwer wie das andere, die sich chemisch praktisch überhaupt nicht voneinander unterscheiden. Egal, ob man sich ihre Lösungseigenschaften in Säuren oder Laugen, Unterschiede im Fällungsverhalten mit verschiedenen Reagenzien oder andere chemische Eigenschaften ansieht: Zirkonium und Element Nr. 72 verhalten sich analytisch beinahe identisch. Und noch schlimmer: Element Nr. 72 kommt ausschließlich mit Zirkonium vergesellschaftet vor. Es hat keine eigenständigen Mineralien, keine natürlichen, vom Zirkonium unabhängige Vorkommen. Immer findet es sich zu etwa 4-6% dem Zirkonium beigemengt - wie man heute weiß.

Dirk Coster und seinem Kollegen von Hevesy gelang schließlich dieses Kunststück in einem Labor des Königlichen Instituts von Kopenhagen. Sie krístallisierten die Kalium- und Ammoniumfluoride um, wodurch sich das etwas schwerer lösliche Kalium-Zirkonium(hexa)fluorid in der Lösung abzureichern begann, bis diese - nach hunderten von Wiederholungen - schließlich nur noch das Element 72 enthielten.

Da diese Trennung in Kopenhagen durchgeführt wurde, gaben sie dem neuen Element auch den Namen Hafnium - nach der latinisierten Bezeichnung "Hafnia" für die dänische Hauptstadt.

1925
Zum Zeitpunkt 1925 waren die Elemente 75, 43, 85 und 87 die letzten vier die nicht bekannt waren. Dank Mendelev wusste man, dass die Elemente 43 und 75 schwerere Verwandte des Mangans sein mussten; und so suchten fast zwei Generationen von Wissenschaftlern in den verschiedensten Mangan-Erzen nach den beiden Metallen. Einige Male gab es dann auch die Meldungen über die Entdeckung von Element Nr. 75 und/oder Element Nr. 43, welche jedoch genau so schnell wieder zurückgezogen wurden. Die beiden Elemente schienen in der Natur nicht vorzukommen.

Walter Noddack und Ida Tacke (Walters spätere Frau) waren es, die auf die geistreiche Idee kamen, sich bei der Suche nicht so sehr auf das Mangan zu "versteifen", sondern es einmal in der weitläufigeren Nachbarschaft - also in der sechsten und der achten Nebengruppe (Chromgruppe, Eisen-Platin-Gruppe) zu versuchen. Sie fanden daraufhin das Element Nr. 75 in Spuren in Molybdän-Erzen, also dem zweitleichtesten Metall der Chromgruppe. Es war jenem chemisch offenbar ähnlicher als dem Mangan. Nach Idas Heimat am Rhein (sie kam aus der Nähe von Bonn) benannten sie das Element dann als Rhenium.

Doch sie machten denselben Fehler, wie schon viele andere vor ihnen: Ermutigt von ihren Ergebnissen über die Entdeckung von Nr. 75 konnte es ja auch nur noch ein "Kinderspiel" sein, Element Nr. 43 ebenfalls zu finden. Es müsste sich ja quasi in Gesellschaft mit Molybdän und Rhenium befinden.... Ihren Bericht über die dann erfolgte Entdeckung des "Masurium" mussten die beiden jedoch wieder zurücknehmen, da dieses "Element" in Wahrheit eine Legierung aus Rhenium um Molybdän war. So bleibt die Nr. 43 weiterhin unauffindbar....

1937-40


... erst mit dem Fortschritt in der Erkenntnis von Quantenphysik und Kernaufbau wurde klar: Es kann kein stabiles Element der Ordnungszahl (wie man die Protonenzahl jetzt bezeichnete) 43 geben, da alle möglichen "stabilen Plätze" bereits von Molybdän (42) und Ruthenium (44) belegt werden. Denn eine Regel, die der Atomphysiker Matthaus aufgestellt hatte, und die sich vielfach bewährte, sagte:

"Zwei Nuklide, deren Massenzahl gleich ist,
und sich nur in der Neutronenzahl um nur eine Einheit unterscheiden, können nicht beide stabil sein."

Für ein Element von 43 Protonen würden nach dem Protonen-Neutronen-Verhältnis nur zwei stabile Isotope in Frage kommen: Entweder jenes mit einer Massezahl von 97 oder mit 99. Dies hieße, dass die beiden Isotope 54 bzw. 56 Neutronen besitzen, und sowohl Ruthenium- als auch Molybdänisotope mit dieser Neutronenzahl instabil sein müssten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Sowohl Molybdän-96, Molybdän-98 als auch Ruthenium-98 und Ruthenium-100 sind natürlich vorkommende, stabile Isotope. Und auch Mo-97 und Ru-99 sind stabil, so dass auch kein stabiles Isotop des Elements Nr. 43 mit 98 Nukleonen existent sein kann. Man musste also einen anderen Weg gehen, einen "künstlichen". 1936 baute der Atomphysiker Ernest Lawrence an der Berkeley University (California State) eine Art "Teilchenkanone", mit welcher es möglich wurde, Atomkerne so zu beschießen, dass dabei andere Elemente entstanden. Nun wurde diese Kanone auf Molybdän gerichtet, als Kanonenkugeln wuren Deuterium-Kerne (das sind Kerne, welche ein Proton und ein Neutron besitzen, also Wasserstoff-Kerne) verwendet.

Nach diesem Bombardement sandte man die Molybdänproben zu einem exzellenten Chemiker und Atomphysiker seiner Zeit nach Rom: Emilio Segré war es, der das Element Nr. 43 dann auch aus dem Molybdän isolieren konnte. Dies war eine wahre Meisterleistung; denn es entstanden nur eine, wenige Millionstel Gramm des Elements, welche von einem starken Überschuss, eines chemisch sehr ähnlichen Elements abgetrennt werden mussten.

Er nennt das Element - es war das erste, welches künstlich erzeugt wurde - "Technetium - künstliches Metall".

Einen ähnlich Weg beschritt man, nach der erfolgreichen Darstellung von Technetium auch beim ebenfalls noch unbekannten Element Nr. 85. So wurden im selben Prozess dieses Mal keine Molybdän-Kerne sondern Wismut-Kerne (Wismut ist Element Nr. 83) mit Helium-Kernen (Element Nr. 2) beschossen. Auch dieses Experiment war erfolgreich, da - wiederum Segré, der mittlerweile in Berkeley zugegen war , zusammen mit einem weiteren Atomphysiker und Chemiker namens Corson - spektralanalytisch eine geringe Menge des gesuchten Elements Nr. 85 im Wismut nachweisen konnten.

Später erkannte man dann, dass Astat auch natürlich vorkommt, allerdings - die Halbwertzeit selbst für das stabilste Isotop beträgt nur etwas mehr als acht Stunden - nur als Zwischenzerfallsprodukt der Thorium-, Uran-Radium- und der Uran-Actinium-Zerfallsreihe. Man schätzt, dass es auf der gesamten Erde vielleicht 20-30 Gramm dieses Elementes gibt!

1939 Noch schwieriger - weil noch kurzlebiger - gestaltete sich die Darstellung des Elements Nr. 87 - einem schwereren Verwandten des Alkalimetalls Cäsium.

Marguerite Perey fiel auf, dass in der Zerfallsreihe, die von Actinium-227 zum Blei-Isotop 207 führt, sich ein Isotop mit einer Massenzahl von 223 und einer Halbwertzeit von etwas weniger als 22 Minuten nachweisen ließ. Sie untersuchte den Fund spektralanalytisch und fand eine Protonenzahl von 87 - es handelte sich dabei also um das schon 1931 fälschlicherweise beschriebene Element. Nun hatte das Periodensystem zwei Elemente, die nach Frankreich benannt wurden: Nach Lecoqs "Gallium" gab es jetzt noch Pereys "Francium".

Francium ist mit einem geschätzten Vorkommen von 45-55 Gramm noch etwas häufiger als Astat, und damit das zweitseltenste natürlich vorkommende Element.

1940 Nach Ausbruch des von Nazi-Deutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs glaubten sich die Amerikaner mit Deutschland in einem Wettlauf zum Bau einer Bombe zu befinden, welche ihre - alles bis dato bekannte übertreffende - Zerstörungskraft aus den Kernbindungskräften bezieht: Durch die 1938 von Strassmann, Meitner und Hahn gelungene Kernspaltung des Uran-235 wurde es für möglich gehalten eine Waffe zu bauen, in welcher diese Reaktion in wenigen Kilogramm des Metalls in unvorstellbar kurzer Zeit von Bruchteilen von Sekunden immense Energien freisetzen könnte: Die Atombombe. So begannen die Amerikaner das "Manhattan-Project", in welchem die Nutzbarkeitsmachung von Uran für eine solche Bombe im Eiltempo, unterstützt mit gigantischen finanziellen Mitteln, vorangetrieben wurde.

Auf dem Weg zur Herstellung dieser Bombe brachte es die Forschung mit sich, zwei neue Elemente zu entdecken, die erstmals schwerer waren, als das schwerste natürlich vorkommende (Uran). Man fand sie, als man das Uran-238 mit Neutronen beschoss. Heute weiß man, dass dies in geringem Umfang auch natürlich passiert, so dass Neptunium und Plutonium die "eigentlichen" schwersten Elemente sind (und eben nicht das Uran).

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts - Die künstliche Erweiterung des PSE´s
Nach 1945 verliert die Element-Entdeckung viel von ihrer Spannung, Kurzweiligkeit und Vielfältigkeit. Alle zwei bis zehn Jahre bringen die Nachrichtensender eine Meldung, Element XY wurde mit einem bis zehn Atomen an einem der drei bedeutendsten Kernforschungszentren erfolgreich synthetisiert. Nach einem - ebenso monotonen, und sich wiederholenden - Gefeilsche um die Benennungsrechte, werden diesen - längst zerfallenen Atomen - dann Namen durch die IUPAC vergeben.

Nein - die Elementsynthese hat ihre Berechtigung im Fortschreiten des Weges, den Homo erectus mit dem Entzünden des Feuers begann - aber die wirklich spannende Geschichte ist mit Curium (jedenfalls vorläufig) zu Ende.

Daher werden hier auf dieser Seite - sie heißt ja auch "Geschichte der Elemente" - nur die ersten beiden echten künstlichen Elemente erwähnt. Die Entdeckungsgeschichte der Übrigen ist diesen beiden ähnlich - nur mit jeweils anderen Parametern und Lokalitäten.

1944
Noch während des Krieges - und des Manhattan-Projects - widmeten sich Atomphysiker einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Glenn Seaborg und Albert Ghiorso an der University in Berkeley der ersten "echten" künstlichen Darstellung von Elementen, die es natürlich auf der Erde überhaupt nicht gibt. So fanden sie 1944 zuerst Element Nr. 96 und dann auch Element Nr. 95. Ersteres widmeten sie mit der Benennung der Pionierin der Radioaktivität: Marie Curie.

Das zweite benannten sie nach dem Nordamerikanischen Kontinent - und, weil es im Periodensystem unter dem Europium steht - als Americium.

Seit dieser Zeit werden ständig neue, immer schwerere aber auch immer kurzlebigere Elemente synthetisiert. Während Americium und Curium (neben Neptunium und Plutonium) heute im Tonnenmaßstab existent sind, sind von Element 116 nur zwei Atome bekannt (die unlängst zu Blei zerfallen sind).

1945 So war es ein Jahr später auch nur noch reiner Formalismus, dass man das Element Nr. 61 durch Beschuss von Neodym mit Protonen erhielt und isolieren konnte. Dies gelang einer Arbeitsgruppe der Berkeley University unter Leitung Jacob Marinskys. In neuerer Zeit wurde das Promethium auch in der Natur, allerdings in geringsten Spuren vorgefunden, als man Samarskit (eines der drei Minerale, in welchen in der Zeit zwischen 1794 und 1907 die Seltenerd-Elemente isoliert wurden) untersuchte: Durch natürlichen Neutroneneinfang und anschließenden Beta(+)-Zerfall entsteht es aus Samarium-144 heraus als kurzlebiges Radionuklid. Die irdischen Gesamtvorkommen des Elements liegen doch noch unter jenen von Francium und Astat.
seit 1940

Mit der Synthese des Promethiums bildete das Periodensystem ein zusammenhängendes Gebilde bekannter Elemente, d.h. alle Elemente von der Ordnungszahl 1 (Wasserstoff) bis zur Ordnungszahl 96 (Curium) waren lückenlos bekannt.

Diese Lückenlosigkeit wurde bisher zweimal unterbrochen: Von 1982 bis 1984, da zuerst Element 109 (Meitnerium) vor Element 108 (Hassium) entdeckt wurde, und seit 1998/99 bis 2004 gleich doppelt, weil nach Element 112 zuerst die Elemente 116 und 114 und dann erst die Elemente 115 und 113 synthetisiert wurden. Die Entdeckung von Element 118 im Jahre 2004 musste vorerst zurückgenommen werden, da unabhängige Versuche die Synthesen nicht bestätigen konnten, und bekannt wurde, dass ein Mitarbeiter des Lawrence Radiation Institute (siehe im nächsten Absatz) Datenmanipulationen vorgenommen hatte. Gänzlich unbekannt ist noch immer Element 117 (Stand: Oktober 2005).

In der Hauptsache sind und waren es drei große Wirkungsstätten, an welchen die künstlichen Elemente erzeugt und nachgewiesen wurden:

Die erste und bedeutendste ist die Berkeley University of California, präziser: Das dortige Lawrence Radiation Institute, welches nach Ernest Lawrence, dem Erfinder des Zyklotrons benannt wurde. Hier arbeiteten eine ganze Reihe bedeutender Atomphysiker, darunter Edwin McMillan, Ernest Lawrence (Gründer), Glenn Seaborg und Albert Ghiorso, um nur einige der wichtigsten zu nennen. 

Die zweite, während des "Kalten Kriegs" (1945-1989) entstandene, ist ihr sowjetisches Gegenstück, das Zentrum für Schwerionenforschung Dubna. Vor allem die Elemente 104 bis 107, und später die Elemente 113 bis 116 wurden hier erstmals synthetisiert. Bedeutende Forscher dieser Institution waren Oganessian und Flerov.

Erst in den achtziger Jahren entstand ein drittes, bedeutendes Kernforschungszentrum, dieses mal auf deutschem Boden nahe Darmstadt. Das dortige Labor wurde von früheren Wissenschaftlern des Kernforschungszentrums in Jülich (Versuchsreaktor) eingerichtet. Vor allem die beiden langjährigen Leiter dieser Institution, Peter Armbruster und Gottfried Münzenberger sollten erwähnt werden. Unter ihrer Leitung gelangen die ersten Synthesen der Elemente 109, 108, 110, 111 und 112 zwischen 1982 und 1994 (in dieser Reihenfolge).

Das 21. Jahrhundert - Die Entdeckung eines neuen Orbitales jenseits des Elements 118
Zum Zeitpunkt des Millennium sind 114 Elemente "bekannt" - bis zur Abschluss der siebten Periode von Mendelevs Periodensystem fehlten also gerade noch vier.

Interessant wird es in einer - nicht allzu fernen - Zukunft, wie die Orbitale der Elemente 121 bis 123 aufgebaut sein werden. Sind Lanthan, Cer, Actinium und Thorium "Vorboten" einer neu aufzustellenden Ordnung zwischen dem s- und dem d-Block, oder kann das System unter Einbau eines 18 Elemente umfassenden g-Blocks zwischen s- und f-Block weiter geführt werden?

Dies ist das vorläufige Ende der Geschichte der Element-Entdeckungen.

René Rausch