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Thales von Milet (*624 v. Chr. +546 v. Chr.) Thales gilt als Begründer von Philosophie und Wissenschaft, insbesondere der Astronomie. Er war der älteste der sieben Weisen, in der Antike hochangesehene Politiker, Dichter und Philosophen. Er selber war mit Sicherheit ein Aristokrat (Adliger). Deutlich geprägt wurde Thales durch seine Heimatstadt Milet, eine sehr bedeutende Handels- und Hafenstadt in Ionien. Aristoteles beschrieb in seiner "Politik" Thales von Milet folgendermaßen: "Man hielt ihm seine Armut vor, vermutlich um zu beweisen, dass man mit der Philosophie nicht sehr weit komme. Wie der Erzähler fortfährt, wusste Thales aus seiner Kenntnis der Sternenwelt, obwohl es noch Winter war, dass im kommenden Jahr eine reiche Olivenernte zu erwarten sei; da er ein wenig Geld besaß, mietete er alle Olivenpressen in Chios und Milet; er bekam sie preiswert, da niemand ihn überbot. Als plötzlich zur Erntezeit alle Pressen gleichzeitig benötigt wurden, lieh er sie zu jedem in seinem Belieben stehenden Betrag aus und verdiente eine Menge Geld daran. So bewies er der Welt, dass auch Philosophen leicht reich werden können, wenn sie nur wollen, dass dies aber nicht ihr Ehrgeiz sei. ..." Er sagte für den 28. Mai des Jahres 585 v. Chr. erfolgreich eine Sonnenfinsternis voraus. Von Thales selbst ist nichts Aufgeschriebenes überliefert, ja, man ist sich nicht einmal sicher, ob er selbst jemals etwas schriftlich fixiert hat. Zusammen mit Anaximander und Anaximenes war Thales ein Vertreter der Ionischen Philosophie (älteste Richtung der griechischen Philosophie), und zählt somit zu den so genannten Vorsokratikern. Thales war ein begnadeter Mathematiker, und ihm werden viele Kenntnisse nachgesagt, die seiner Zeit weit voraus waren. Dies wird ja durch seine Voraussage der Sonnenfinsternis belegt. Die Philosophie von Thales basiert zum einen auf der Behauptung, dass alles aus Wasser entstanden sei. Bei seinen Überlegungen ging Thales wohl von der Frage nach dem Urgrund allen Seins und allen Geschehens aus. Da er einen Kreislauf des Werdens zu erkennen glaubte, musste der gesuchte Urstoff ein nicht nur allgemein verbreiteter Stoff, sondern auch ein wandlungsfähiger zugleich sein. Das Wasser erfüllte den Anspruch, allem zugrundezuliegen und jegliche Gestalt annehmen zu können, anscheinend perfekt: Wasser benötigt jedes Lebewesen zur Existenz und Wasser tritt in verschiedenen Formen des Seins auf, etwa als Dampf oder als Eis oder eben flüssig. Der zweite, ihm zugeordnete Satz lautet: "In allem sind die Götter!" Damit behauptet Thales, dass es nicht auf das Sichtbare der Welt ankommt, sondern auf das, was im Innern der Dinge wohnt, also im Grunde auf das Unsichtbare, welches jedoch das Sichtbare erst zu dem macht, was es an sich ist. Diese beiden philosophischen Ideen stehen offenkundig im Widerspruch zueinander, da Thales einerseits davon ausgeht, dass der Urgrund allen Seins etwas Stoffliches, nämlich das Wasser, darstellt, andererseits jedoch behauptet, dass die Wirklichkeit, also alles Stoffliche, im Grunde göttlich, also nicht stofflich ist. Wilhelm Weischedel merkt in seinem bekannten Buch 'Die philosophische Hintertreppe' dazu an: "Noch in der Gegenwart geht es in den philosophischen Diskussionen entschieden darum, ob die Welt von einem rein materiellen Prinzip her zu verstehen ist oder ob wir annehmen sollen, die Dinge seien sichtbare Zeichen eines Tieferen, die Welt sei Ausdruck eines in ihr waltenden göttlichen Prinzips, vielleicht gar das Geschöpf eines schaffenden Gottes."
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