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Heraklit von Ephesus (*536 v. Chr. +470 v. Chr.) Heraklits Werk ist nur fragmentarisch überliefert. Es ist aber wahrscheinlich, dass eine Schrift Heraklits, womöglich mit dem Titel "Über die Natur“ existierte, auf die sich einige Philosophen und Geschichtsschreiber wie Platon, Aristoteles und Diogenes Laertios beziehen. Darauf deuten auch einige der insgesamt 126 als sicher überliefert geltenden Fragmente hin. Die Lehre und das Weltbild Heraklits. In Abgrenzung zum gewöhnlichen Denken suchte Heraklit nach einem genuin philosophischen Denken, dem es um das Allgemeine und allem Seienden Gemeinsame zu tun ist. Dieses Gemeinsame, im Sinne einer Grundstruktur der Welt, sah er im ewig sich wandelnden FEUER. Jedoch ging es dabei nicht um eine weitere Urstofftheorie. Vielmehr ist das „göttliche Feuer“ eine bildlich zu verstehende Metapher für den „Logos“, der die Welt durchwaltet. Die Struktur dieses Logos besteht - hier wird Heraklit oft vereinfacht dargestellt - nicht im „panta rhei“, im „alles fließt“ - vielmehr ist der Logos gerade das „Eine“, das im Wandel des Werdenden Bestand hat. Dieses Eine aber ist wiederum keine feste Substanz, sondern die Einheit des Gegensätzlichen. Insofern sind also Heraklit und sein oft so bezeichnter „Gegenspieler“ Parmenides keine absoluten Gegensätze. In der Tat aber leugnet Parmenides das Werden überhaupt, während Heraklit das komplexe dialektische Beziehungsverhältnis von Sein und Werden in den Blick nimmt. Der Logos, also das Prinzip der Welt (dem sogar noch die Götter unterworfen sind, wie er schreibt), besteht für Heraklit im Streit („polemos“), der der „Vater aller Dinge“ ist. Die sich ständig wandelnde Welt ist geprägt von einem Kampf der Gegensätze, vom ewigen Widerspruch der Polaritäten. Dabei aber geht es nicht um die zeitliche Ablösung des einen Pols durch den anderen; vielmehr geht es ihm um die Gleichzeitigkeit und gegenseitige Verschränktheit der Gegensätze. Denn für Heraklit sind alle Gegensätze wesentlich aufeinander bezogen; jeder einzelne Pol gewinne seinen Sinn erst durch seine polare Differenz zum anderen: Krieg und Frieden, hell und dunkel, Tag und Nacht. „Einheit der Gegensätze“ meint also: im Gegensatz noch zeigt sich eine tieferliegende, „verborgene“ Einheit, ein Zusammengehören des Verschiedenen. „Einheit in der Vielheit“ ist darum die klassische Formel (Platon prägte diesen Begriff), mit der sich der fundamentale Kern der heraklitischen Philosophie auf den Begriff bringen lässt. Diese in sich widersprüchliche Struktur des Logos spiegelt sich auch in der Sprache der überlieferten Fragmente wider, die oftmals aus Paradoxien bestehen, so etwa: "In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht, wir sind und wir sind nicht."
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