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Empedokles von Agrigent (*483 v. Chr. +423 v. Chr.) Empedokles (*483 v. Chr. in Akragas auf Sizilien [heute: Agrigent], +423 v. Chr. auf dem Peloponnes). Er war Philosoph, Arzt, Politiker, Sühnepriester und Dichter im antiken Griechenland. Empedokles stammte aus einem Adelsgeschlecht und genoss als Arzt, Politiker, Sühnepriester und Dichter hohes Ansehen und höchste Verehrung, die noch seine Nachwelt beflügelte. So widmete Friedrich Hölderlin ihm das Trauerspiel "Der Tod des Empedokles". Nach dem Tode des Tyrannen Theron wurde Empedokles in den ausbrechenden Kämpfen der Führer der Demokraten. Er löste die vermutlich oligarchische politische Vereinigung "Ratsversammlung der Tausende" auf und gab seiner Geburtsstadt eine neue Verfassung. Das Volk soll ihm die Könisgwürde angeboten haben, er lehnte jedoch ab, "als freier und jeder Herrschaft abgeneigter Mann", wie Aristoteles schrieb. Als Verbannter bewanderte er später Italien und ließ sich in Thurioi nieder. Nach einer in mehreren Varianten erhalten gebliebenen Legende setzte er seinem Leben ein Ende, indem er sich in den Ätna stürzte. Der Gesamtumfang seiner beiden in Hexametern geschriebenen Werke ("Über die Natur" und "Entsühnungen") betrug nach Diogenes Laertios 6000 Zeilen. Aus diesen sind bis heute 450 Zeilen in Bruchstücken überliefert. Philosophie bei Empedokles bezeichnet seine naturphilosophischen Lehren, soweit sie in Fragmenten und anderen Überlieferungen erhalten sind. Empedokles schließt sich mit seiner philosophischen Lehre an die milesische Naturphilosophie an, wie sie in den Überlieferungen von Thales und Anaximander erhalten geblieben ist. Er übernimmt jedoch von Parmenides die Auffassung, dass das Seiende als unveränderlich und unvergänglich gedacht werden müsse. Um nicht wie jener deshalb die Realität von Bewegung und Veränderung leugnen zu müssen, unterstellt er - anders als der mit dem gleichen Problem ringende Demokrit -, Bewegung setze nicht leeren Raum voraus, sondern sei als Ortswechsel im Vollen zu denken, ähnlich wie beim Fisch im Wasser. Indem er vier qualitativ unterschiedene Bestandteile (Erde, Wasser, Luft und Feuer) voraussetzt, löst er auf seine Weise das Problem des Zugleichs von Sein und Mannigfaltigkeit. Während bei Heraklit die vier Elemente ineinander übergehende Formen des Feuers sind, sieht Empedokles sie als gleich bleibende, in kleinste Teile zerlegbare Grundkörper an. Er hat damit als erster den Gedanken des Aufbaus der physischen Welt aus einer beschränkten Zahl von Elementen in die Vorgeschichte der Wissenschaft eingebracht. Nach seiner kosmologischen Lehre verändert sich das aus vier Elementen bestehende kugelförmige All durch die in ihm wirkenden beiden Kräfte Liebe und Streit auf zyklische Art. Aus dem homogenen Gemisch der Elemente sonderte sich zunächst die Luft, dann das Feuer, die - indem sie die beiden Halbkugeln des Tages und der Nacht herstellten - die Erde umgeben. Der Himmel besteht aus durch Feuerwirkung eisartig erhärteter Luft. Die am Himmel festgesetzten Fixsterne und Planeten sind gleichfalls feurige Körper. Die Sonne ist in der Tat mit der feurigen Halbkugel identisch. Jene Sonne, die der Mensch am Himmel erblickt, ist das von der Erde zurückgeworfene Licht der wirklichen Sonne. Der Mond erhält sein Licht von der Sonne. Die gegenwärtigen Arten der Lebewesen entstanden in dem vierten Stadium eines phylogenetischen Prozesses. Auch der Körper der Lebewesen ist ein aus den vier Elementen bestehendes Gemisch. Den Unterschied der Arten und der unserer Körper ausmachenden Materien (Fleisch, Knochen, Blut u.a.) erklärt Empedokles durch die verschiedenen Proportionen des Elementargemisches. Wichtigstes Moment der Ernährung ist Verdauung, während der sich die Nahrung in ihre Elemente zerlegt und so in den Körper einbauen lässt. Die Atmung veranschaulicht das Beispiel der Wasseruhr. In der Weise, wie in ihrem Röhrensystem das abnehmende Wasserniveau der Luft den Platz frei gibt, verursacht in unserem Körper das sich aus den Röhren zurückziehende Blut das Einatmen und der wieder vorwärtsdrängende Blutstrom das Ausatmen. Die unsere Sinnesorgane konstituierenden Elemente nehmen die ihnen verwandten Elemente der Außenwelt wahr.
Quelle: Wikipedia. Der Text unterliegt der GNU-Lizenz, und darf von jedermann frei verwendet werden.